Vertrauen ? Was ist das ?
Natürlich vertraue ich dir !
Ich sitze nun grad hier, in der üblichen Position an meiner üblichen Stelle und verspüre erneut den Drang, den Schwall der Worte aus meinen Fingern schiesen zu lassen.
Und Nein, ausnahmsweise werde ich mir jetzt nichts zu Essen oder Ähnliches holen, da ich, nachdem ich dies fertig geschrieben habe, vermutlich eh zu Abend essen werde. Wer weis ...
Verzeiht mir, dass ich im Moment so häufig schreibe und ihr so viel zu lesen habt, aber ich schreibe einfach wenn mich die Muse erwischt, so wie jetzt grad.
Aufgrund der Häufigkeit, minimieren sich natürlich auch die Situationen über die ich gut schreiben kann, so werde ich dieses mal, wohl oder übel über die Situation vor wenigen Minuten schreiben.
Diesmal ohne essbares, dafür mit aktuellerer Frische,
Viel Spaß
Ich schloss die Tür gefühlvoll hinter mir und durchquerte die wenigen Schritte durch mein Zimmer, um mich, ein wenig schwungloser als sonst, auf mein Bett zu werfen.
Das Holz meines Bettes knarzte wie üblich und ich musste für einen Moment schuldbewusst an die hand voll Latten denken, die an meinem Bett schon gebrochen waren.
"Wenn jemand fragt, kann ich ja behaupten, dass es an meinem heftigen Hüftschwung liegt"
Das Lächeln auf meinem Gesicht war eher aufgesetzt, für wen auch immer. Vielleicht versuchte ich mich selbst zu beruhigen.
In meinen Fingern spürte ich noch leicht das Gewicht des Telefons, welches vor kurzem noch genau da geruht hatte. Und das, wie inzwischen üblich, gute 2 Stunden.
"Ich hätte mir echt erst Abends vorlesen lassen sollen"
Mit einem Gähnen drehte ich mich auf den Rücken und starrte für wenige Sekunden die Decke an.
Mit einem müden Seufzer, wandte ich meinen Kopf dem, in der Dunkelheit leicht flimmernden Monitor zu, um auf das orange-blinkende Kästchen zu klicken, um zu erfahren was sie geschrieben hatte.
"Du machst mich jedesmal mit soetwas sprachlos ... ach Gott .. wirklich ?"
Mit einem verspielten Schmunzeln auf den Lippen legte ich mich erneut auf den Rücken und begann, wie üblich meine Decke anzustarren.
Eigentlich hatte sie garnichts besonderes, aber es war die beste Möglichkeit einfach in die Leere zu blicken.
"Eigentlich mach ich das doch garnicht bewusst. ... trotzdem ein süßes Gefühl sowas zu schaffen ..."
Ich strich mir eine Strähne aus dem Gesicht und warf einen begeisterungslosen Blick aus dem Fenster.
Die langsam immer dunkler werdende Welt da draußen blinkte und blitzte immer wieder durch die eingeschalteten Fernsehr der Nachbarn. Mein Blick wandte sich in den Himmel.
"Ist ja schon irgendwie das, was ich gerne mache. Eigentlich sogar das, wofür ich morgens aufstehe und beginne nachzudenken ... "
Der düstere , dunkelblaue Himmel, schien mir wie ein großes beruhigendes Meer entgegen, in dem tausend verlorene Seelen schwebten. Nicht diese Seelen, die wie in Gruselfilmen auf Rache aus sind, sondern all die Geister der Menschen, die ebenfalls in den Himmel blickten und vielleicht sogar in diesem Augenblick meine Gedanken teilten.
"Als würde man hineingesaugt. In den riesigen Strom .... Als würden alle Gedanken, aller Menschen dort oben treiben und man müsste nur die Hand ausstrecken um sie zu erreichen und zu verstehen. Als läge alles auf der Hand. Als wäre die Welt so frei, so einfach, dass man einfach nur zupacken müsste. So offen ... so frei ..."
Ich wurde mir plötzlich bewusst, dass ich ohne es zu merken meinen Arm in Richtung Himmel ausgestreckt hatte.
"Aber dann könnte jeder, jeden Gedanken lesen."
Meine Augen begannen zu brennen und ich musste blinzeln. Der unendlich Sog in meinem Kopf setzte für den Bruchteil einer Sekunde aus. Doch kaum strich ich mit meinen Blicken erneut über die fadenscheinig in die Luft gemalten Linien, die blauen Wogen und Wellen, die weißen, wie Watte flauschigen, in der stetig zunehmenden Dunkelheit leicht glänzenden Tupfer.
"Es wäre so einfach. Kein Wort müsste man mehr sagen. Keiner könnte einen falsch verstehen. Ich könnte ihr ohne Probleme sagen, was ich ihr sagen will. Und damit verbunden all meine Ängste, sodass sie versteht, warum ich es ihr bisher verschweige ..."
Mein Blick wanderte ziellos umher und streifte durch Zufall die Hauswand, das Dach und den gemächlich an der Fassade emporwachsenden Efeu.
Das leuchtende Grün stach mir fast in die Augen, so intensiv leuchtete es und hob es sich vom Blau des Himmels ab.
"Grün ... wie du Hoffnung."
Ich drehte mich auf die Seite, mit müden Augen den Monitor fixierend.
"Aber sie hat ja recht. Es wäre nicht gut. Alle wären offen und für jeden angreifbar. Also ist es so besser, wenn man seine Gedanken nur denen anvertraut, denen man vertraut. Und wenn man sich nicht traut, weil man nicht weis was passieren wird ... dann hat man immernoch die Hoffnung"
Ich legte meine Hände auf die Tastatur, lächelte erneut amüsiert über meine bunt-lackierten Fingernägel und die Erinnerung daran und tippte schwermütig eine Antwort, in Gedanken die Melancholie in mir, in erste Worte fassend, um sie später noch in einem kurzen Text zu schreiben.
"Ja ... Hoffnung ist das beste, was wir uns mit Gedanken überhaupt ausdenken können. Hoffnung ..."
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen