Menschen tun viele Dinge. Warum ? Das ist eine gute Frage. Vielleicht solltest du sie das mal selbst fragen.
Damit melde ich mich erneut zurück. Auch wenn der letzte Text noch nicht allzulange zurückliegt und viele jetzt sicher aufstöhnen werden ,,Nicht schon wieder" ;D
Ich könnte mich mit allerlei Argumenten herausreden wie ,,Das ist meine Therapie" oder ,,Ich habe doch sonst keine Hobbys".
Das mag alles zwar stimmen, doch der Grund ist wohl einfach, dass ich es kann.
Ich bereue es, heute keine Kaugummis auf meinem Tisch liegen zu haben, was wohl bedeutet das ich mich mit den, von meiner Mutter aus dem Urlaub mitgebrachten, Sanddorn-Bonbons zufrieden geben muss.
Wenn also beim lesen eine säuerliche Note zu spüren ist, dann mag das zwar nicht daran liegen, aber es ist immerhin eine lustige Entschuldigung.
Viel Spaß beim Lesen.
"Boah das ist echt krass wie so eine einzelne Sache mich jetzt schon wieder seit Stunden beschäftigt"
Ich saß, in meine Decke gewickelt, auf meinem Bett und starrte auf das angenehme Flimmern des Monitors. Wohl eine der einzigen Sachen, die mich in letzter Zeit noch beruhigten.
"Ich muss aufhören daran zu denken. Reis dich zusammen verdammt"
Während ich ein Stechen in meinen Augenwinkeln, krampfhaft zu unterdrückend versuchte, klammerten sich meine zitternden Hände ins Lacken.
"Lenk dich irgendwie ab ... Rosinas Anhänger ... schon süß wie sie geguckt hat, als sie ihn mir gegeben hat ... so wie sie süß war ..."
Ich kämpfte erneut eine Woge nieder, die sich von meinem inneren her ausgebreitet hatte. Das sanfte Blau um mich herum, welches sich in meinem Zimmer unbewusst überall eingeschlichen hatte, hatte zwar eine beruhigende Wirkung, doch es war, als würde man versuchen, einen Vulkan mit einem Eimer Wasser zu löschen.
"Komm schon ... ich hab das schonmal durchgestanden. Dann schaff ich es diesesmal auch!"
Ein weiteres Mal musste ich den unglaublichen Drang niederkämpfen, nach dem Telefon zu greifen und ein bestimmtes Fenster in Msn zu öffnen.
"Sie hat Recht. Es ist Quatsch. Alles was sie gesagt hat ist doch wahrscheinlich richtig. Also sollte ich auch auf sie hören"
Ich zwang meinen Puls ein wenig herunter, legte mich langsam mit dem Rücken auf mein Bett und begann die Decke anzustarren.
Immer wieder begann sie für einen Moment leicht vor meinen Augen zu verschwimmen.
Das Muster, welches ich nun schon seit so vielen Jahren immer wieder besah, hätte mir eigentlich mehr als vertraut sein müssen, jedoch schien es erneut, als hätte ich es noch nie zuvor gesehen.
Ich drehte meinen Kopf zur Seite und warf einen Blick auf meinen Wecker, der unbekümmert von allem was vor und um ihn herum auf der Welt geschah, immer tapfer die aktuelle Zeit anzeigte.
Ich strich unbewusst mit meiner Hand über die Decke. Ich war froh etwas zu fühlen. Es war tröstlich sich mit toten Gegenständen zu umgeben. Sie waren wenigstens nicht so vergänglich.
Mich überlief erneut das heiss-kalte Gefühl, dass die gesamte Welt stehen geblieben war und ich war froh als ich mich diesmal erfolgreich in meine Gedanken flüchten konnte.
"Was bedeutet es denn schon zu trauern ? Ich meine mal ehrlich ... was bringt es mir, Dingen nachzuhängen, die ich wahrscheinlich total vergessen kann ? Es ist doch totaler Quatsch sich damit abzugeben ! Wir empfinden doch ständig Schmerz und da ist ein weiteres Mal doch kein großer Unterschied. Aber ich meine was habe ich denn getan, dass ich ... nein ich habe es ja verdient. Das ist ja gerade das Problem. Aber andere Menschen haben es nicht verdient. Andere spüren doch ebenso Schmerz. Auch genau diesen. Warum denn nur ? Wer auch immer dafür verantwortlich ist, er scheint eine verdammte Sadistische Veranlagung zu haben, wenn es ihm gefällt, Menschen wahnsinnig vor Kummer zu machen.
Und was wenn ... es keine Person gibt die dafür verantwortlich ist ? Denn rein rational gesehen, ist es ein Schmerz der nicht messbar, nicht nachweisbar ... und doch eigentlich auch nicht wirklich real ist. Es ist kein Schmerz, den man spürt, weil irgendetwas verletzt ist oder nicht funktioniert. Es ist einzig und allein die Tatsache, das unser Verstand sich gegen etwas sträubt. Aber warum muss es grade dieses Stechen in der Brust verursachen ? Warum quälen wir uns selbst ?
Vielleicht, weil wir es können.
Nun gut. Vielleicht ist es dumm von uns, uns selbst Schmerzen zuzufügen. Aber wahrscheinlich geschieht dies aus unserem Schuldgefühl heraus. Und da Lebewesen in der Regel aus Strafen lernen, bestrafen wir uns unbewusst selbst.
Wenn das so ist ... dann sind wir noch dümmer als ich dachte. Denn schließlich begehen doch alle diesen ,,Fehler" erneut. Aber gottverdammt ich weis wieso.
,,Zum einen das stärkste und schönste Aphrodisiakum, zum anderen das schwerste Brandmal"
Man kann nur versuchen, nicht zum Monster zu werden, wenn man daran beinahe zerbricht. Aber wenn ich daran denke ... dann merke ich ja nur wie sehr ich selbst zum Monster geworden bin. Und das schon bevor es mich trifft."
Mein Atem ging langsam. Das Muster an der Decke wurde immer dunkler, bis mir gänzlich schwarz vor Augen wurde. Ich rieb mir über die Augen, wickelte mich enger in meine Decke ein und genoss das Gefühl der unglaublichen Geborgenheit und Wärme das mich durchströmte.
Ich schloss die Augen um erneut von einer beruhigenden, anziehenden Dunkelheit umschlungen zu werden.
Die Wärme blieb nicht in meinem Körper. Sie verließ mich so schnell, wie sie gekommen war auch wieder. Es schien als würde sie aus einem winzigen Loch heraussickern.
Und ich wusste nur zu gut wo dieses Loch war.
"Monster"
Vor meinem inneren Auge erschienen die Buchstaben in einem strahlenden Blutrot.
"Ich ... Monster"
Meine Hände tasteten orientierungslos über meinen Tisch, streiften das Telefon, ein leeres Glas, ... und erreichten eine kleine Pappschachtel, die in einer Ritze unter dem Bett versteckt war.
"Ich sollte mich nicht für alles selbst verantwortlich machen. Ich weis Schatz ..."
Langsam öffneten sie das kleine Gehäuse und griffen hinein.
"Aber ich weis eines einfach nicht ..."
Sie umschlossen etwas kühles und zogen sich langsam unter die Decke zurück.
"Warum bin ich so ein Monster ?"
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen